Edwin, ein Angelsachse, war im siebten Jahrhundert König von Northumbria (in Nordengland). Zu dieser Zeit breitete sich der christliche Glaube gerade bei den Angelsachsen aus. Edwin kam zum Glauben, weil er ein Bild vor Augen hatte, das ihn ins Mark traf. Einer seiner Berater, der schon Christ war, verglich das menschliche Leben ohne Jesus mit einer gemütlichen, warmen Wohnung. Während draußen ein wilder Schneesturm tobt, fliegt ein kleiner Vogel aus der lebensfeindlichen Kälte ins warme Haus, genießt für einen Moment den Schutz und die Wärme des Hauses, um dann wieder in die dunkle Nacht des Schneesturms – ins Unbekannte – zu fliegen. Edwin hatte erfahren, dass Christen sowohl um ihre Herkunft (als Geschöpfe Gottes) als auch um ihre Zukunft in Gottes Ewigkeit wissen. Herkunft und Zukunft sind keine dunklen, lebensfeindlichen Welten mehr, sondern bei Gott gut aufgehoben. Das überzeugte König Edwin so sehr, dass er sofort ein Leben mit Jesus Christus begann. An diese Episode aus der Kirchengeschichte musste ich denken, als ich den Monatsspruch für September 2018 sah:
„Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“
(Prediger 3,11)
Der Mensch kann um seinen Anfang (Erschaffung, Geburt) und sein Ende (Tod, Ewigkeit) wissen, kann es aber nicht ergründen. Gott hat ihm die Ewigkeit „ins Herz gelegt“, damit der Mensch wissen kann, dass es nach dem Tod nicht ins Ungewisse geht, sondern in Gottes Welt. Dies auch noch zu ergründen hieße, alles zu verstehen. Das aber ist uns Menschen nicht gegeben, das bleibt allein Gott vorbehalten, und damit müssen wir uns abfinden.
Gott hat die Gegenwart zu unserer Zeit gemacht, zu unserem Lebensraum. Aus der Vergangenheit können wir lernen, aber nicht darin leben. Für die Zukunft können wir vorsorgen, aber wir haben sie noch nicht in der Hand. Die wichtigste Vorsorge ist unsere Beziehung zu Gott. Wenn wir durch Jesus Christus Gottes Kinder sind, dann werden alle anderen Sorgen zweitrangig, dann ist die wichtigste Weiche richtig gestellt. Unser Leben – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – ist in Gottes Hand. Das muss reichen.
Edwin, der A n g e l s a c h s e , b r a u c h t e keine exakte Beschreibung der Ewigkeit und kein sichtbares Bild vom Himmel – und wir brauchen das auch nicht. Was wir brauchen, das ist diese innere Gewissheit, als Nachfolger Jesu und Kinder Gottes eine ewige Heimat zu haben, einen schönen Ort, an dem wir bleiben können, der alles in den Schatten stellt, was wir auf Erden unter „Heimat“ und „Geborgenheit“ verstehen (und das ist ja gerade wieder ganz angesagt).
Gott segne Sie!
Ihr Pastor
Peter Benshausen