„Jesus spricht: Es ist vollbracht!“
(Johannes 19,30)
Mit diesen drei Worten endet das Leben von Jesus, dem Zimmermannssohn aus Nazareth, dem Sohn
Gottes, an einem römischen Kreuz. Nur widerwillig hat der römische Machthaber Pontius Pilatus Jesus an dieses Kreuz gebracht. Pilatus hat es nicht vollbracht, sich den Forderungen derer zu widersetzen, die Jesus mit Hilfe der Römer aus dem Weg räumen wollten. Für den römischen Entscheider war es wohl nur ein ärgerlicher Zwischenfall. Für die Gegner von Jesus sah alles nach einem großen Triumph aus. Doch auch sie haben es nicht vollbracht, Jesus dauerhaft aus dem Weg zu räumen.
Die Worte des unschuldigen Opfers offenbaren, wer hier wirklich einen Triumph davonträgt, wer hier wirklich etwas Großes vollbracht hat. In der
vermeintlichen Niederlage erringt Jesus seinen größten Sieg. In seiner dunkelsten Stunde sieht Jesus schon das Licht der noch ausstehenden
Auferstehung. Und an der Schwelle des Todes zeigt Jesus denen, für die er stirbt, Gottes Weg zum Leben:
„Es ist vollbracht!“
Vollbracht – Jesus hat es vollbracht, im Ausdruck größtmöglicher Schwäche (seine ärmliche Geburt,
sein gewaltsamer Tod) Gottes wahre Stärke zu zeigen.
Jesus hat es v o l l b r a c h t , von Gott e nt f re m d ete M e n s c h e n durch sein Opfer mit Gott zu versöhnen. Und Jesus hat es vollbracht, Menschen in tiefstem Leid nahe zu sein, weil er dafür selbst die Erfahrung von Erniedrigung, Schmerzen, Trauer und gefühlter Gottverlassenheit
nicht gescheut hat.
Pontius Pilatus ist eine Fußnote der Weltgeschichte; die Hohenpriester und Schriftgelehrten bleiben nur als hasserfüllte Betonköpfe in unserer Erinnerung. Jesus aber lebt und hilft und siegt und wird weltweit als Retter und Erlöser verehrt. „Es ist vollbracht!“ – was für treffende letzte Worte, die gar keine letzten Worte geblieben sind. Sie waren erst der Anfang einer gewaltigen Siegesgeschichte, der wir als die geretteten Menschen unser (ewiges) Leben verdanken.
Nehmen Sie sich in dieser Passionszeit doch mal ein paar ruhige Momente, um festzuhalten, was Jesus für Sie vollbracht hat – Sie werden s t a u n e n . Entscheidend wird nämlich am Ende sein, ob Jesus sein „Es ist vollbracht!“ auch für Sie gesprochen hat, ob Se das, was Er vollbracht hat, für sich in Anspruch nehmen.
Gott segne Sie!

Ihr Pastor Peter Bernshausen