Gemeinde nach dem Neuen Testament?!

„Diejenigen, die glaubten, was Petrus gesagt hatte, wurden getauft und gehörten von da an zur Gemeinde…
Sie schlossen sich den anderen Gläubigen an, unterstellten sich der Lehre der Apostel und der Gemeinschaft und nahmen teil am Abendmahl und am Gebet.“ Apg, 2,41.42
„Er hat die einen als Apostel, die anderen als Propheten, wieder andere als Prediger und schließlich einige als Hirten und Lehrer eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, die Gläubigen für ihren Dienst vorzubereiten und die Gemeinde - den Leib Christi - zu stärken. Auf diese Weise sollen wir alle im Glauben eins werden und den Sohn Gottes immer besser kennen lernen, sodass unser Glaube zur vollen Reife gelangt und wir ganz von Christus erfüllt sind.“ Eph, 4,11-13
Es gehört zu unseren Überzeugungen, dass wir „Gemeinde nach dem Neuen Testament“ sein wollen. Aber was heißt das genau? Die obenstehenden Verse geben die Richtung an. Darüber hinaus finde ich die Konkretisierungen, die die Willow Creek Gemeinde in Chicago schon vor Jahren beschrieben hat, sehr anregend zum weiteren N a c h d e n k e n und Umsetzen in unsere Verhältnisse.
Die zehn G r u n d w e r t e von Willow Creek
1. Wir sind davon überzeugt, dass vollmächtige Lehre Veränderung im Leben eines Menschen und in der Gemeinde bewirkt.
2. Wir sind überzeugt, dass Menschen, die Gott noch nicht kennen, Gott wichtig sind und daher auch der Gemeinde wichtig sein sollten.
3. Wir sind überzeugt, dass die Gemeinde kulturell und gesellschaftlich relevant sein sollte, ohne dabei ihre Identität und Lehre zu verleugnen.
4. Wir sind überzeugt, dass Menschen, die Christus aus ganzem Herzen nachfolgen, authentisch leben und stetes geistliches Wachstum
anstreben sollten.
5. Wir sind überzeugt, dass die Gemeinde Gemeinde eine Gemeinschaft von Dienern ist, die ihre geistlichen Gaben vereint zum Dienst an der Welt einsetzen.
6. Wir sind überzeugt, dass liebevolle Beziehungen jeden Aspekt des Gemeindelebens prägen sollten.
7. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Veränderung des Lebens durch den Glauben am besten in Kleingruppen vollzieht.
8. Wir sind überzeugt, dass hervorragende Qualität Gott ehrt und Menschen inspiriert.
9. Wir sind davon überzeugt, dass die Gemeinde von denen geleitet werden sollte, die die geistliche Gabe der Leitung haben.
10. Wir sind überzeugt, dass volle Hingabe an Christus und seine Sache normal für jeden Christen sind.
Aus: „Das Willow Creek Handbuch“ WCA 1998/1999, S. 64f)
Mich beschäftigt, wovon wir überzeugt sind und was wir darum in unserer Gemeinde leben möchten.
Lasst uns darüber reden!

Gerhard Mosner

„Jesus spricht: Es ist vollbracht!“
(Johannes 19,30)
Mit diesen drei Worten endet das Leben von Jesus, dem Zimmermannssohn aus Nazareth, dem Sohn
Gottes, an einem römischen Kreuz. Nur widerwillig hat der römische Machthaber Pontius Pilatus Jesus an dieses Kreuz gebracht. Pilatus hat es nicht vollbracht, sich den Forderungen derer zu widersetzen, die Jesus mit Hilfe der Römer aus dem Weg räumen wollten. Für den römischen Entscheider war es wohl nur ein ärgerlicher Zwischenfall. Für die Gegner von Jesus sah alles nach einem großen Triumph aus. Doch auch sie haben es nicht vollbracht, Jesus dauerhaft aus dem Weg zu räumen.
Die Worte des unschuldigen Opfers offenbaren, wer hier wirklich einen Triumph davonträgt, wer hier wirklich etwas Großes vollbracht hat. In der
vermeintlichen Niederlage erringt Jesus seinen größten Sieg. In seiner dunkelsten Stunde sieht Jesus schon das Licht der noch ausstehenden
Auferstehung. Und an der Schwelle des Todes zeigt Jesus denen, für die er stirbt, Gottes Weg zum Leben:
„Es ist vollbracht!“
Vollbracht – Jesus hat es vollbracht, im Ausdruck größtmöglicher Schwäche (seine ärmliche Geburt,
sein gewaltsamer Tod) Gottes wahre Stärke zu zeigen.
Jesus hat es v o l l b r a c h t , von Gott e nt f re m d ete M e n s c h e n durch sein Opfer mit Gott zu versöhnen. Und Jesus hat es vollbracht, Menschen in tiefstem Leid nahe zu sein, weil er dafür selbst die Erfahrung von Erniedrigung, Schmerzen, Trauer und gefühlter Gottverlassenheit
nicht gescheut hat.
Pontius Pilatus ist eine Fußnote der Weltgeschichte; die Hohenpriester und Schriftgelehrten bleiben nur als hasserfüllte Betonköpfe in unserer Erinnerung. Jesus aber lebt und hilft und siegt und wird weltweit als Retter und Erlöser verehrt. „Es ist vollbracht!“ – was für treffende letzte Worte, die gar keine letzten Worte geblieben sind. Sie waren erst der Anfang einer gewaltigen Siegesgeschichte, der wir als die geretteten Menschen unser (ewiges) Leben verdanken.
Nehmen Sie sich in dieser Passionszeit doch mal ein paar ruhige Momente, um festzuhalten, was Jesus für Sie vollbracht hat – Sie werden s t a u n e n . Entscheidend wird nämlich am Ende sein, ob Jesus sein „Es ist vollbracht!“ auch für Sie gesprochen hat, ob Se das, was Er vollbracht hat, für sich in Anspruch nehmen.
Gott segne Sie!

Ihr Pastor Peter Bernshausen

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, Er ist auferstanden!“ (Lukas 24,5+6; Monatsspruch April 2017)

Das Jahr 2016 ist als ein ziemlich dunkles Kapitel in die Geschichtsbücher eingegangen. Neben Kriegen und Krisen, Gewalt und Gehässigkeit haben viele bekannte Persönlichkeiten diese Welt verlassen: Die Musikwelt trauert um Leonhard Cohen und Georg Michael; die Politik verlor Walter Scheel, Hildegard Hamm-Brücher und Peter Hintze; Freunde von Film und Fernsehen vermissen Manfred Krug, Bud Spencer und Götz George. Nicht zu vergessen alle, die liebe Angehörige und Freunde verloren haben, die es nicht in die Schlagzeilen schafften. Keiner von ihnen wird jemals zurückkehren. Wer sie sucht, wird an ihren Gräbern fündig.

Nicht so Jesus Christus. Auch wenn viele „moderne“ Denker ihn ebenfalls in einem Jerusalemer Grab vermuten: Er lebt! Und wer will, der kann das auch er-leben und bezeugen. Die Jünger haben sich aufgemacht, und sie haben Jesus gefunden, quicklebendig. Davon konnten sie nicht schweigen, sondern mussten es schnell und weit verbreiten: Er lebt! „Alle Jahre wieder kommt das … Osterfest!“. Und in jedem Jahr genieße ich wieder ganz neu diese ganz besondere Gewissheit am ersten Ostertag: Er lebt! – Er ist wahrhaftig auferstanden! So, wie die Engel am leeren Grab den verängstigten, trauernden Jüngern sagen konnten, dass sie dort nicht fündig werden, so rufen und verstärken wir bis heute und morgen ihre schier unbeschreibliche Freudenbotschaft in die Welt hinein: „Was sucht ihr Menschen den Lebendigen bei den Toten? Jesus ist nicht bei den großen Toten geblieben, Er ist auferstanden!“ neu aufleben; Beziehungen können heilen und von neuem Leben erfüllt werden; neues Leben kann in Kirchen und Gemeinden einziehen; tot geglaubte Projekte können neu erblühen. Weil Jesus auferstanden ist, hat das Leben gewonnen, und der Tod ist besiegt.

Selbst an Gräbern von Christen ist die Hoffnung nicht weit, denn auch und gerade dort verkündigen wir, dass dem Tod der Stachel genommen wurde, dass dieser Mensch nur in dieser Welt, nicht aber bei Gott tot ist. Bleiben wir nicht bei der Trauer über verstorbene Promis und beerdigte Träume stehen, sondern halten wir Ausschau nach dem, was Gott 2017 durch Jesus Christus in unserem Leben neu beleben will. Jesus ist auferstanden, und seitdem ist nichts mehr unmöglich, was mit Gott und mit Leben zu tun hat.

 

Gott segne Sie! Ihr Pastor Peter Bernshausen

 

Andacht zum Monatsspruch Dezember 2017 – Thema:

 

Das Schönste kommt noch.

 

Lukas 1,78-79: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

 

„Na, schon alle Geschenke besorgt?“ – „Was wünschst du dir denn zu Weihnachten?“ – Diese und ähnliche Fragen werden zur Zeit oft gestellt. Bald ist es ja wieder da, das Fest der Gaben und Geschenke. Man kann den ganzen Stress und Rummel ja ablehnen, aber insgeheim freut sich doch jeder über ein gelungenes Geschenk. Natürlich gibt es auch Enttäuschungen. So wünschte ich mir als Schuljunge, weil ich gerne zeichnete, sehnlichst ein Reißzeug (Zirkelkasten). Zufällig sah ich, unbeabsichtigt, wie meine Eltern solch einen Kasten auspackten. Wie groß aber war die Enttäuschung, als nicht ich, sondern mein Schwager, der an der Berg-Schule studierte, dieses Gerät bekam. Viele Jahre später „schenkte“ ich mir dann selbst ein gutes Reißzeug.

 

Der Monatsspruch ist ein Wort aus der Geschichte von Zacharias und Elisabeth (Lukas 1). Diese beiden, inzwischen sehr alten Leute, hatten lebenslang einen unterfüllten Wunsch. Wie oft mögen sie zu Gott gerufen haben, aber ihre Ehe blieb kinderlos. Das war in damaliger Zeit die absolute Katastrophe. Da erfährt Zacharias während seines P r i e ste rd i e n ste s durch einen Engel, dass Gott ihm endlich den erbetenen Sohn schenken will. Über diese Botschaft ist er so perplex, dass es ihm für die nächsten Monate die Sprache verschlägt. Aber dann, als sich alles nach des Engels Worten erfüllt, bricht es förmlich aus ihm heraus, ein überströmender Lobpreis der Gnade Gottes, das „Benediktus“.

 

Sein Sohn Johannes soll Prophet des Höchsten und Wegbereiter des Messias sein. Nun ist sein Lebenswerk mehr als erfüllt. Die Geschichte könnte hier zu Ende sein, aber das Schönste und Beste kommt noch. Zacharias schaut prophetisch weit in die Zukunft und sieht das Größte, was Gott jemals tun wird: Die Erlösung der verlorenen Menschheit durch den Erlöser, das Licht aus der Höhe, Jesus, das Licht der Welt.

 

Als Christen wissen wir um die größte und schönste Gabe Gottes: Unser Retter, Heiland und Erlöser Jesus Christus, von dem wir fröhlich und begeistert singen: „Welch Glück ist’s, erlöst zu sein.“ Auf ihn soll ja auch alles Schenken zu Weihnachten hinweisen. Aber das Schönste kommt noch. Wir gehen einem großen Ziel entgegen. In einem alten Lied heißt es: „Jesus, er mein Heiland lebt; ich werd‘ auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? – Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, dass mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann.“

 

 

 

Karl Sieger war von 1979 bis 1986 Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Grafweg, gehört der Gemeinde auch heute noch an und ist einer der Leiter unserer Gebetstreffen.

 

„Ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand

kann sie schließen.“ (Offenbarung 3,8)

Darf ich Sie zu einem Experiment einladen? – Ja? Gut!

– Das geht so:

Nehmen Sie den Vers so zur Kenntnis, wie er da steht.

Denken Sie darüber nach und versuchen Sie zu hören,

welche Fragen er bei Ihnen aufwirft und welche Gedanken Ihnen kommen:

Wer hat hier wem eine Tür aufgetan? Wohin führt diese Tür? Warum

kann niemand mehr diese Tür verschließen? Wird erwartet, dass der

Angesprochene die Tür nutzt und hindurchgeht? Wo suche ich eigentlich

gerade nach einer offenen Tür? – Bitte nehmen Sie sich die Zeit für diese

und andere Fragen, bevor Sie weiterlesen …